Rudolf Karl Hlobil

Maschinist. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1908    † 1942

 

Herkunft, Beruf, SAJ, SDAPÖ, RSB, FG

Rudolf Karl Hlobil wurde am 19.5.1908 in Wien geboren. Er arbeitete als Maschinist. 1924 schloss er sich der sozialistischen Arbeiterjugend, 1926 der SDAPÖ an. 1928 trat er dem republikanischen Schutzbund und der freien Gewerkschaft der Gaswerkangestellten bei. Er war verheiratet.

Gründer einer Betriebszelle

1938 war Rudolf Karl Hlobil Arbeiter im Gaswerk Leopoldau und gründete dort eine Betriebszelle.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 23. 6. 1941 wurde Rudolf Karl Hlobil verhaftet und am 28. 9. 1942 gemeinsam mit Josef Andersch, Karl Angel, Rudolf Badstöber und Franz Jarosch (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 18.11.1942 wurde er im LG I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Die eingesammelten Mitgliedsbeiträge, angeblich bis zu 40. – RM im Monat, lieferte er an die jeweiligen Bezirksleiter ab. Als Hammerschmid später Bezirksleiter wurde, führte er die Beiträge an ihn ab, behielt aber einen Teilbetrag, den er gerade zur Unterstützung von Angehörigen verhafteter Gesinnungsgenossen benötigte, bei sich. (…) Hlobil hat den Sachverhalt in der Hauptverhandlung zu bestreiten versucht und vorgebracht, nur für verhaftete ihm persönlich bekannte Marxisten gesammelt und ihnen die Beträge auch ausgehändigt zu haben.“

Aus seinem letzten Brief vom 18. 11. 1942 an seine Frau

„Ich bitte dich, lasse den Kopf nicht hängen, denn es hilft nichts. Denke, ich habe mein Leben auf dem Schlachtfelde für Freiheit und Recht, so wie Tausende andere, verloren. Gehe stolz, so wie ich einmal nach Hause kommen würde. Gründe dir ein neues Leben, so wie du es liebst und es deiner würdig ist. Ich wünsche dir recht viel Glück und einen guten Kameraden. Grüße mir nochmals alle Freunde und alle guten Menschen. Bleibe den Bergen und der ­Natur treu und grüße sie von mir. Im Geiste bleibe ich immer bei dir. Nicht weinen, sondern von neuem beginnen, stark sein, trotz allem recht viele­ Grüße und Küsse von deinem dich so heiß liebenden Rudi. NS.: Ich leide nicht, sondern gehe entschlossen den letzten Gang.“

Gedenkstein

Sein Name steht auf dem Gedenkstein im Gaswerk Simmering (Wien 11, Eyzinggasse 12).

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Weblinks und Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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